Klimakiller Palmfett

Palmöl ist überall. Es steckt in Nahrungsmitteln ebenso wie in Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmitteln und in Bio-Kraftstoff. Da Palmöl nicht auf der Verpackung  als solches deklariert werden muss, ist es schwer es bewusst zu boykottieren. Man kann es anhand der Packung einfach nicht erkennen – Zumindest dann nicht, wenn man die verschiedenen lateinischen Bezeichnungen nicht kennt, hinter denen sich Palmöl verbirgt. Bei deutschen Deklarationen ist der Rohstoff mit „Pflanzliches Fett“ oder „Pflanzliches Öl“ gekennzeichnet. Palmöl ist verantwortlich, wenn die Schokolade im Mund sahnig schmilzt. Palmfett ist in Kerzen, in Lippenstiften, Nutella, Margarine und diversen Fertiggerichten.

Regenwald
Creative Commons License photo credit: Paleontour

Was ist so schlimm am Palmöl?
Palmöl wird überwiegend in Südostasien und Südamerika angebaut. Und genau da liegt auch das Problem. Palmöl wird in ungeheuer großen Mengen gebraucht. Um die zur Verfügung zu haben, müssen andere Bäume weichen. Im Klartext: Der für das Überleben der Erde so wichtige Regenwald wird im ganz großen Stil gerodet. Pro Stunde verschwindet eine Fläche so groß wie 300 Fußballfelder. Derzeit sind bereits über sieben Millionen (!) Hektar Regenwald gerodet. Der Raubbau an der Natur schadet dem Weltklima massiv. Der Regenwald beherbergt eine unglaubliche Vielfalt an Tieren und Pflanzen, er reinigt die Luft und verhindert Bodenerosion. Die Regenwälder speichern große Mengen CO2, das sonst in die Atmosphäre gelangen und den Klimawandel beschleunigen würde. Schlicht gesagt: Je weniger Bäume übrig sind, desto schneller geht der Klimawandel voran.

Dazu kommt, dass ein großer Teil der Plantagen dort angelegt wird, wo vorher Torfwälder waren. Tropische Torfwälder speichern  sehr viel Kohlenstoff. Trocknet der Torf auf der Plantage aus, entweicht der Kohlenstoff und reagiert mit dem Sauerstoff in der Luft zum Klimakiller CO2. Pro Hektar entstehen so zusätzliche 100 Tonnen CO2.

Artensterben durch Palmöl
Viele Tiere sind mittlerweile vom Aussterben bedroht, weil ihnen durch die Plantagen Lebensraum und Nahrung entzogen werden. Sumatra-Tiger, Java-Nashörner und Orang-Utan stehen ganz oben auf der Liste.  Die Tiere fliehen oder sterben bei Brandrodungen. Sie werden von Plantagenbesitzern gejagt und von Wilderern verfolgt.  Aber nicht nur Tiere und Umwelt leiden unter den Brandrodungen. Auch Menschen werden, teilweise mit Gewalt, von ihrem Land vertrieben. Alles in allem Genug Gründe, nach einer Alternative zu Palmöl zu suchen.

Was können wir tun?
Wie erkennt man nun Palmöl in einem Produkt?  Es versteckt sich in sehr vielen verschiedenen Bezeichnungen. Die Borneo Orang Utan-Hilfe hat sich die Mühe gemacht, die alle einmal aufzulisten. Vielen Dank dafür! Demnach enthalten folgende Inhaltsstoffe Palmöl:

1. Cetearyl Alcohol
2. Cetyl Alcohol
3. Cetyl Palmitate
4. Coconut Butter Equivalent (CBE)
5. Coconut Butter Substitute (CBS)
6. Elaeis Guineensis
7. Emulsifiers E471
8. Fatty Alcohol Sulphates
9. Glyceryl Laurate
10. Glyceryl Stearate
11. Hydrated Palm Glycerides
12. Isopropyl
13. Octyl Palmitate (achten Sie auf alle palmitate-Endungen)
14. Palm Oil Kernal
15. Palm Olein
16. Palm Sterine
17. Palmate
18. Palmitate
19. Sodium Dodecyl Sulphate (auch SDS oder NaDS)
20. Sodium Isostearoyl Lactylaye
21. Sodium Laureth Sulphate
22. Sodium Lauryl Sulfoacetate SLSA (meist Kokosöl, kann jedoch auch mit Palmöl hergestellt werden – deshalb unsicher)
23. Sodium Lauryl Sulphate (kann auch nur aus Rizinusöl hergestellt sein)
24. Steareth -2
25. Steareth -20
26. Stearic Acid
27. Vegetable Oil / Vegetable Fat (hoch gesättigtes Fett = Palmöl)

Gibt es Bio-Palmfett?
Wer Palmöl und Palmfett vermeiden will, kann auf Bio-Produkte ausweichen. Aber auch auf die Bio-Siegel kann man sich in diesem Fall nicht 100-prozentig verlassen. In den Herstellerländern des Palmöls ist Korruption weit verbreitet. So ist es leicht, ein Zertifikat zu kaufen, das den Abnehmern des Öls den Eindruck vermittelt, ökologisch korrekt zu handeln. So wird auch den Abnehmern, die wirklich gute Absichten haben, das Palmöl untergeschoben, für das Menschen verjagt, Regenwälder zerstört und Tiere getötet wurden.

Dazu kommt, dass das ökologisch angebaute Palmöl gemeinsam mit konventionell angebautem gelagert und verschifft wird. Durch das Vermischen der Chargen ist einfach nicht mehr nachzuvollziehen, ob man nun wirklich Bio-Palmöl hat oder in der gekauften Charge vielleicht doch konventionelles Palmöl enthalten ist, an dem das Blut von Menschen und Tieren klebt.

Daraus kann man meiner Meinung nach nur die Konsequenz ziehen, auf Produkte mit Palmöl so weit wie möglich zu verzichten. Auch wenn man das sicher nicht komplett schaffen kann, ist es doch ein Anfang, möglichst wenig solcher Produkte zu kaufen. Jeder kleine Beitrag zählt.


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