Bio-Baumwolle: Die umweltfreundliche Alternative
Wer, wie zum Beispiel Veganer, keine Schafwolle tragen möchte, der kann auf Baumwolle ausweichen. Baumwolle ist ein reines Naturprodukt und schadet weder Mensch noch Tier – oder? Ganz so einfach ist es leider nicht. Ja, die Baumwolle stammt nicht vom Tier, sondern vom Baum, oder besser von der Pflanze. Und nein, das Ernten tut ihr nicht weh und man beutet auch die Pflanze nicht aus, indem man ihr die Wolle weg erntet. Trotzdem ist konventionell angebaute Baumwolle nicht zu empfehlen und das hat drei Gründe.
Erstens sind die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Baumwollbauern und –pflücker völlig inakzeptabel und zweitens hinterlässt ein Baumwollfeld nichts als verbrannte Erde und das fast im wörtlichen Sinn. Drittens ist konventionelle Baumwolle durch den massiven Pestizid- und Gift-Einsatz bei Anbau und Verarbeitung extrem mit Schadstoffen belastet, die sich über die Haut langsam in den Körper schleichen.
Naturmode aus Bio-Baumwolle ist eine Alternative.
Billige Shirts teuer bezahlt
Konventionell angebaute Baumwolle kostet eine schier unglaubliche Menge Wasser.
Um ein Kilo Baumwollfasern herzustellen braucht man je nach Anbaugebiet zwischen 10.000 und 29.000 Liter Wasser. Alle Baumwollplantagen zusammen verschlingen so jährlich 300 Billionen Liter Wasser. Das ist das Vierfache des Grundbedarfs der gesamten Menschheit. Wow. Wasserknappheit, Erosion, Versteppung und Versalzung der Böden sind die Folgen. All die Pestizide und Chemikalien, die für den Baumwollanbau benutzt werden, versickern zusätzlich im Grundwasser und verpesten die Böden.
Um den Baumwollpflanzen genug Wasser zur Verfügung stellen zu können, greifen 95 Prozent der Plantagenbesitzer auf die preisgünstige Oberflächenbewässerung zurück. Dabei wird das Wasser einfach in großen Mengen aus Flüssen oder Seen auf die Felder geleitet und dort gestaut. Unter der sengenden Sonne verdunsten rund 60 Prozent ungenutzt oder verschwinden schon auf dem Weg durch Lecks in den Leitungen.
Schlecht für Mensch und Umwelt
Auch die Arbeiter auf den Feldern leiden unter dem Gift-Cocktail, der auf den Pflanzen liegt. Die Gifte werden entweder von Flugzeugen über den Feldern (und den darauf befindlichen Arbeitern) versprüht oder durch die Arbeiter von Hand aufgebracht. Atemmasken gibt es meist nicht, so dass Atemwegserkrankungen, Krebs, Unfruchtbarkeit, Nervenerkrankungen und Augenerkrankungen keine Seltenheit sind. Einen Arzt können sich die meisten Arbeiter nicht leisten und bedingt durch die übrigen schlechten Lebensumstände (Ernährung, Unterkunft) liegt die durchschnittliche Lebenserwartung eines Arbeiters auf der konventionellen Baumwollplantage bei 40 Jahren.
Gründe genug, um auf Bio-Baumwolle umzusteigen
Im Bio-Anbau verzichtet man auf Pestizide, Gifte, Entlaubungsmittel und künstlichen Dünger. Das ist gut für Mensch und Umwelt. Auch in Sachen Wasserverbrauch ist die Bio-Baumwolle vorbildlich. Statt das Wasser einfach massenweise auf den Feldern verdunsten zu lassen, bringt man das wertvolle Nass durch Tröpfchenbewässerung auf die Felder, das heißt dass das Wasser mit Leitungen direkt in den Boden eingebracht wird. So kann es nicht ungenutzt verdunsten, so dass wesentlich weniger Wasser verbraucht wird. Klar, Bio-Baumwolle ist teurer als konventionell angebaute. Ein Bio T-Shirt bekommt man nicht für 2,99 Euro im Discounter. Dafür ist es aber auch nicht völlig mit Giften durchsetzt und ich habe beim Tragen ein gutes Gewissen.

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